Das Kolpingwerk Südtirol pflegt partnerschaftliche Beziehungen zu den Kolpingverbänden in Peru und Rumänien. Unterstützt werden die Partnerländer aus Erlösen von Sammlungen und Aktionen der Kolpingsfamilien Südtirols und durch die Förderung von Projekten der Landesregierung bzw. Region.
Zur Geschichte
Mitte der 80er Jahre begann der Comboni-Missionar Pater Josè Schmidpeter mit der Kolpingarbeit in Independencia, dem Elendsviertel der Millionenstadt Arequipa. Heute gibt es 4 Kolpingsfamilien in der Erzdiözese Arequipa, 3 davon im unwegsamen Hochland der Anden. Weitere Kolpingsfamilien arbeiten in den Diözesen Lima, Tacna, Chachapoyas, Iqitos (Amazonasgebiet), sowie in den Prälaturen Chuquibamba und Huarochiri. Auch in Lima, wo die Zentrale des peruanischen Kolpingwerkes liegt, sind zwei Kolpingsfamilien gegründet worden.
Die Beziehungen zu Pater Schmidpeter, der in Brixen studierte und dort auch zum Priester geweiht wurde, haben heute eine enge Partnerschaft zwischen Südtirol und Peru geschaffen.
Auch nach dem Weggang von Pater Schmidpeter sind die Beziehungen über die frühere Geschäftsführerin Silva Gladys de Korsmeier, als auch über die heutige Führungselite, noch recht intensiv.
Einige Daten
Fläche: 1.285.216 km2 (Italien: 301.277 km2)
Einwohner: 28,5 Mio. (It: 57,7 Mio)
Hauptstadt: Lima
Sprache: Spanisch und Quechua
Religion: 95% Katholiken
Lebenserwartung: 70 J. (It: 78,5 J.)
Alphabetisierungsrate: 87,7% (It: 99%)
Säuglingssterblichkeit: 26 auf 1000 Lebendgeburten
Inflationsrate: 2,3% (It: 2,1%)
BIP pro Kopf: 2.231 US$ (It: 25.471 US$ - 2003)
Kolpingsfamilien: 27
Mitglieder: ca. 800
Zentralverband: seit 1988
Projektarbeit
Schwerpunkte der Entwicklungsarbeit sind die Förderung von Kleinhandwerkern, die Schaffung von Arbeitsplätzen im ländlichen Bereich und die Bildungsarbeit.
Das viele Kolpingmitglieder in erbärmlichen Wohnungen leben, organisierte das Kolpingwerk ein eigenes Wohnbauprogramm: Den Bau der neuen Wohnungen organisieren die Mitglieder selber, finanzielle Hilfe kommt vom Internationalen Kolpingwerk.
Trotz dieser Hilfe für die Bewältigung des Alltage denken die peruanischen Kolpingsfamilien weiter: Sie bemühen sich, einen Selbsthilfeverband aufzubauen, der längerfristige Ziele verfolgt. Das peruanische Kolpingwerk hilft daher beispielsweise beim Aufbau von kleinen Kolpingzentren.
Verschiedene Projekte in Peru
1991 - Beschaffung von Möbeln und Lehrmitteln für Sozialzentren des Kolpingwerkes
1991 - Minimalwohnungsbau in Arequipa - Bau von 17 einfachen Häusern für Landflüchtlinge
1991 - Umbau eines Bildungshauses in Lima/Peru
1992 - Kauf und Umbau eines Hauses zur Einrichtung eines kleinen Bildungszentrums für die mittlere Küstenregion Canete/Lima
1992 - Ausbau eines Bildungshauses in Tacna/Peru
1992 - Minimalwohnungsbau in Arequiopa/Peru
1993 - Bau und Einrichtung eines Botequines Comunales - Apotheke - in Pueblo Joven Parachico in Tacna/Peru
1993 - Aufbau eines kleinen Sozialzentrums in Aplao, Provinz Castilla, Prälatur Chuquibamba
1993 - Stärkung der Organisation von Frauenselbsthilfeinitiativen in den Randvierteln von Arequipa
1994 - Kauf eines Ackerlandes und Aufbau von Selbsthilfegruppen in Canete
1995 - Einrichtung und Inbetriebnahme eines Schulungszentrums für Cosos, Distrikt Aplao, Provinz Castilla, Departement Arequipa - Peru
1996 - Auf- und Ausbau einer Lehr- und Produktionsschreinerei in Arequipa/Peru
1997 - Ausbau eines ländlichen Bildungszentrums für Kleinlandwirte in Cosos/Peru
1998 - Ausbau eines Berufsbildungszentrums in Medalla Milagrosa/Arequipa/Peru
2001 - Projekt zur Sanierung von Adolph-Kolping-Aus- und Fortbildungszentren in der im Juni 2001 von den Erdbeben betroffenen Region im Süden Perus
2004 - Integrales Bildungsprogramm als Hilfe zur Selbsthilfe für marginalisierte Bevölkerungsgruppen in Peru
2006 - Betriebsführung für Kleinlandwirte
Zur Geschichte
Der erste Katholische Gesellenverein in Rumänien, der Vorläufer der heutigen Kolpingsfamilien, wurde am 2. Februar 1859 in Bukarest gegründet. 1922 wurden 8 Vereine gezählt, mit insgesamt 250 Mitgliedern. Beim II. Internationalen Gesellentag im Juli 1927 in Wien gab es zum ersten Mal einen offiziellen Vertreter seitens der Kolpingbewegung aus Rumänien. 1940 wurden 50 Gruppen in den Landesgebieten Siebenbürger und Bukowina gezählt, der Sitz der rumänischen Kolpingbewegung fand sich in Oradea. Im Laufe der rumänischen Geschichte spielten diese Vereine eine wichtige Rolle im Bereich der Erwachsenenbildung. Ihre Arbeit wurde unter der kommunistischen Herrschaft verboten. Seit 1991 werden wieder Kolpingsfamilien in Rumänien gegründet, die sich aktiv am Neuaufbau der sozialen und wirtschaftlichen Strukturen beteiligen. Initiator der Kolpingarbeit in Rumänien ist Alfred Weiss, Diözesanpräses des Kolpingwerkes Diözesanverband Wien (Österreicht). Die erste Kolpingsfamilie nach der Wende wurde am 1. Mai 1991 in Blaj gegründet. Der Aufbau des Verbandes schritt rasch voran. Immer mehr Kolpingsfamilien wurden gegründet, die auf lokaler Ebene in den verschiedenen Bereichen des sozialen Lebens ehrenamtlich tätig sind.
Eine Besonderheit des rumänischen Kolpingwerkes besteht in seiner Integrationsleistung. Die Integration ist ein wichtiger Aspekt im Wirken des Verbandes: Kolping schafft nicht nur Verbindungen zwischen verschiedenen Nationalitäten, sondern auch zwischen verschiedenen Konfessionen. So arbeiten im Rahmen der Aktionen Menschen miteinander, die aus ungarisch und rumänisch geprägten Kolpingsfamilien, aus römisch-katholischen oder griechisch-katholischen Pfarrgemeinden stammen, oder die griechisch-orthodox sind. Dem Kolpingwerk Rumänien ist es mit einiger Anstrengung gelungen, eine Brücke über die oft trennenden ethnischen und ritusbedingten Grenzen zu schlagen.
Einige Daten
Fläche: 237.500 km2 (Italien: 301.277 km2)
Einwohner: 22,3 Mio. (It: 57,7 Mio.)
Hauptstadt: Bukarest
Sprache: Rumänisch, große ungarische Minderheit 7,1%
Religion: 87% Orthodoxe, 5% Katholiken, 3,5% reform. Kirche
Lebenserwartung: 70 J. (It: 78,5 J.)
Alphabetisierungsrate: 97,3% (It: 99%)
Säuglingssterblichkeit: 18 auf 1000 Lebendgeburten
Inflationsrate: 15,3% (It: 2,1%)
BIP pro Kopf: 2.619 US$ (It: 25.471 US$ - 2003)
Kolpingsfamilien: 107
Mitglieder: 5.500
Zentralverband: seit 1993
Projektarbeit
Hauptziel ist die Mithilfe beim Aufbau eines Kolping-Sozialverbandes sowie der Aufbau von Bildungs- und sozialen Einrichtungen. Der Schwerpunkt der Kolpingarbeit liegt dabei auf der Förderung von Kleinbetrieben und kleinen Produktivprojekten in den Bereichen: Landwirtschaft, Kraftfahrzeugmechanik, Holzverarbeitung, Textilherstellung, Bäckerei.
Einige Projekte
1994 - Einrichtung einer Sozialküche in Temesvar
1995 - Bau und Einrichtung einer Molkerei in Sandominic/Rumänien zur Verhinderung der Abwanderung/Landflucht
1996 - Einrichtung eines Versammlungssaales in Brasov
1996 - Bau einer Kantine im Zeltlager Zetea - Ivo - Küche, Mehrzweckraum bzw. Essensraum
1996 - Beendigung des Baues eines Behindertenheimes - Sanandrei
2004 - Errichtung eines Ausbildungszentrum für Waisenkinder in Caransebes
2008 - Fertigstellung der Errichtung des Kolping-Transit- und Ausbildungszentrums in Caransebes